Bildbearbeitung – 02 – RAW-Konverter

Die letzten Tage hat sich in Sachen Software für Fotografen recht viel getan und ich möchte deshalb hier einen kurzen (persönlichen, nicht wissenschaftlichen) Abriß bringen.

RAW-Daten sind bekanntlich die Kameradaten, die beim Nachbearbeiten die meisten Möglichkeiten bieten, das Optimum aus seinen Aufnahmen zu holen. Einen ausführlichen Bericht über die Vor- und Nachteile kann man bei Wikipedia nachlesen. Ich persönlich arbeite zu einem großen Teil mit Nikon Capture NX2, habe jedoch auch schon mit DxO Optics Pro gearbeitet und mit Bibble. Für diese Applikationen wurden neue Versionen veröffentlicht.

RAW-Konverter Capture NX2

RAW-Konverter Capture NX2

  • Nikon Capture NX2 Version 2 – Nun, auch Nikon ist der Windows-7-Welt angekommen und mit dem neuen Release von Capture NX2 war bei mir auch die Hoffnung vorhanden, daß sich in Stabilität etwas getan hat, aber nach den ersten Tests wurde ich recht schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: auch die neue Version friert immer noch recht schnell ein. Mehr als ein RAW-Bild sollte man nicht öffnen (obwohl die Möglichkeit besteht) ausser man will ausreichend Pausen machen. Und der Reparaturpinsel funktioniert auch (noch) nicht immer. Die Batchverabreitung z.B. Konvertierung von RAW- in JPG-Daten dauert gefühlte drei Ewigkeiten. Für den Preis, den diese Software kostet ein Armutszeugnis. Wieso ich NX2 trotzdem verwende? Ich kenne zwischenzeitlich die Probleme die auftreten können und habe Möglichkeiten gefunden sie zu umgehen. Ausserdem komme ich mit dem (eigenwilligen) Bedienkonzept zurecht, weiß, was ich zu tun habe, wenn ich ein bestimmtes Ergebniss haben will. Und irgendwie bilde ich mir immer noch ein, daß ich mit NX2 das Maximum aus meinen RAW-Dateien holen kann. Im Gegensatz zu anderen Konvertern heißt non-destruktiv bei Nikon, daß Änderungen am RAW zwar rückgängig gemacht werden können, die Änderungen aber trotzdem im gleichen File gespeichert werden. Non-destruktiv bei Bibble oder DxO: Das RAW wird nicht verändert und die eigentlichen Anpassungen werden in einer eigenen Datei gespeichert. Immer wieder genial bei Capture NX2, die Arbeit mit Kontrollpunkten, vergleichbar mit Viveza von Nik-Software.

    RAW-Konverter Bibble

    RAW-Konverter Bibble

  • Bibble Version 5 – Ja, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Nachdem ich auf der Photokina 2008 eine Präsentation dieser Software verfolgen konnte und vor allen Dingen die Geschwindigkeit der Bearbeitung beeindruckte, wurde die endgültige Version nun Ende 2009 doch noch veröffentlicht (momentan nur die Pro-Version) und zwar als Konkurenz zu Adobe Lightroom. Der große Vorteil ist, daß ich damit nicht nur meine Nikon RAW-Daten verarbeiten kann, sondern auch die RAW-Daten meiner kleinen immer-dabei Panasonic LX-2. Eine Software, viele RAW-Dateitypen, was will man mehr. Ein kurzes Reinschnuppern in die Software bestätigte dann auch den Eindruck von der Photokina: sehr schnell (wenn man Capture NX2 gewohnt ist) und auch sonst hat sich in Sachen Oberfläche und Bedienbarkeit sehr viel positives im Gegensatz zur vorherigen Version 4 getan, die ich auch für unterwegs eingesetzt habe. Die neue Version bietet auch die Möglichkeit einer Bildverwaltung.
  • DxO Optics Pro Version 6 – Auch von DxO gibt es eine neue Version eines Raw-Konverters, der auch wieder die Formate mehrerer Kamerahersteller (Nikon, Canon, Panasonic usw.) unterstützt. Mit der neuen Version war es für mich zwar möglich, meine Nikon D200 RAW-Daten zu verarbeiten, die meiner Nikon D700 wurden jedoch fehlerhaft dargestellt. Ob dies an der Software lag oder eher am Grafikkartentreiber konnte ich allerdings vor Ablauf der Testphase nicht mehr herausfinden. Ein weiterer Nachteil, Kameradaten meiner D700 werden nur mit der teueren Elite-Version verarbeitet (wenn es denn läuft).

Bewußt findet man hier keine Beschreibung zu RawTherapee, Capture One, Lightroom, Aperture usw., da mir die Erfahrung für diese Programme fehlt und sich deshalb ein Kommentar dazu verbietet. Und hier die Links zu den einzelnen Programmen, damit sich der Fotograf selbst ein Bild machen kann:

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